Unternehmen in Ungarn – Teil I. – Allgemeine Übersicht über die Gründung der Gesellschaften in Ungarn

Die ungarischen Gesellschaften können ausschließlich in einem der im Gesetz Nr. V vom Jahre 2013 über das Bürgerliche Gesetzbuch bestimmten Gesellschaftsformen gegründet werden.

In Ungarn gibt es „Formzwang“, d.h. eine Gesellschaft kann nur in der Form einer offenen Handelsgesellschaft, Kommanditgesellschaft, Gesellschaft mit beschränkter Haftung oder Aktiengesellschaft gegründet werden. Wir unterscheiden zwei Formen der Aktiengesellschaften: offene Aktiengesellschaft und geschlossene Aktiengesellschaft, eine Aktiengesellschaft kann aber ausschließlich als geschlossene Aktiengesellschaft gegründet werden. Nach der Gründung können die Aktionäre einen Beschluss treffen, dass sie als offene Aktiengesellschaft weiter funktionieren möchten.

Natürliche und juristische Personen aus dem In- und Ausland dürfen gleichermaßen Gesellschaften zwecks der Ausübung verschiedener Wirtschaftstätigkeiten gründen, in eine bereits tätige Gesellschaft als Gesellschafter eintreten bzw. eine Gesellschaftsbeteiligung erwerben. Zur Gründung einer Gesellschaft sind – mit Ausnahme der Gesellschaft mit beschränkter Haftung und der Aktiengesellschaft – wenigstens zwei Gesellschafter erforderlich.

Der Gesetzgeber schreibt in Hinsicht von einigen Wirtschaftstätigkeiten (z.B.: Versicherungs- und Banktätigkeiten) vor, dass diese Tätigkeiten ausschließlich in einer bestimmten Form der Gesellschaften ausgeübt werden dürfen. In speziellen Fällen ist es ausbedingt, dass die Gründung oder die Ausübung von bestimmten Tätigkeitsformen von der zuständigen Behörde genehmigt werden muss.

In Hinsicht von einigen speziellen Tätigkeitsformen darf die Gesellschaft diese Tätigkeiten nur nach dem Erhalt der betreffenden behördlichen Genehmigungen beginnen.

Das Gründungsdokument muss von allen Gesellschaftern unterzeichnet werden. Das Gründungsdokument ist in einer notariellen Urkunde oder in einer von einem Rechtsanwalt bzw. vom Rechtsbeistand eines Gründers gegengezeichneten Privaturkunde abzufassen, welche Dokumente sind dem Handelsgericht innerhalb von dreißig Tagen nach die Unterzeichnung von einen Rechtsanwalt oder Rechtsberater anzumelden.

Das Gründungsdokument der Gesellschaft ist – mit Ausnahme der Aktiengesellschaft und der Einmanngesellschaft mit beschränkter Haftung – der Gesellschaftsvertrag. Das Gründungsdokument der Aktiengesellschaft ist die Satzung bzw. das Gründungsdokument der Einmanngesellschaft mit beschränkter Haftung die Gründungsurkunde.

Die gewerbsmäßige Wirtschaftstätigkeit kann die Vorgesellschaft nach der Einreichung des Antrags an Registrierung betreiben. Wird die Gesellschaft vom Gericht rechtskräftig eingetragen, endet der Abschnitt der Vorgesellschaft, woraufhin die als Vorgesellschaft abgeschlossenen Rechtsgeschäfte als Rechtsgeschäfte der Wirtschaftsgesellschaft angesehen werden.